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Neuausrichtung der Fachmarktkette

Medimax nimmt Fahrt auf

Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
EP hat sich den Umbau seiner Fachmarktkette Medimax auf die Fahnen geschrieben. Wie Medimax-Chef Frank Kretzschmar berichtet, greifen erste Maßnahmen bereits und auch für 2018 hat der Retailer viel vor.
Der frühere Media-Saturn-Manager Frank Kretzschmar leitet seit Oktober 2016 Medimax
Der frühere Media-Saturn-Manager Frank Kretzschmar leitet seit Oktober 2016 Medimax
Foto: Medimax

Trotz der Übernahme von ehemaligen Promarkt-Standorten stagnierte die zu Electronic Partner (EP) gehörende Fachmarktkette Medimax zuletzt beim Umsatz. Die Verbundgruppe berief deshalb im Oktober 2016 den ehemaligen Metro-Manager Frank Kretzschmar an die Spitze von Medimax und betraute ihn mit der Neuausrichtung des Retailers. Beim EP Branchentreff im Frühjahr 2017 präsentierte Kretzschmar denn auch eine umfangreiche To-do-Liste, die kaum einen Unternehmensbereich aussparte. Für den Medimax-Chef, der seit einem Jahr im Amt ist, eine reizvolle Herausforderung: "Der Job macht mir sehr viel Spaß, da ich hier viel bewegen kann", erklärt Kretzschmar im Gespräch mit ChannelPartner. "Wir befinden uns mitten in der Transformation und machen große Schritte."

Kretzschmar zählt eine ganze Reihe von Bereichen auf, in denen Medimax inzwischen neue Strukturen geschaffen habe: Beim Marketing habe man das das Erscheinungsbild der Marke und die Kundenansprache so verändert, dass die Frequenz in den Märkten deutlich im Steigen begriffen sei. "Wir setzen dabei heute viel mehr auf digitale Kanäle", berichtet Kretzschmar. Daneben habe man die Vertriebsstrukturen deutlich verschlankt, in den teils zentral, teils durch Franchisenehmer geführten Märkten standortübergreifende Kernsortimente definiert sowie eine neue SAP-Warenwirtschaft eingeführt, die bereits in der Hälfte der Märkte implementiert sei. "Wir werden ein zentraleres Unternehmen, doch die Märkte behalten weiterhin ihre Eigenständigkeit", fasst der Medimax-Chef die Stoßrichtung der eingeleiteten Maßnahmen zusammen.

Die zu EP gehörenden Medimax-Fachmärkte gibt es an 125 Standorten in Deutschland
Die zu EP gehörenden Medimax-Fachmärkte gibt es an 125 Standorten in Deutschland
Foto: ElectronicPartner

Die Umsätze steigen wieder

Ein Schwerpunkt in der Strategie von Frank Kretzschmar ist das Online-Geschäft. Hier wurden nicht nur die IT-Strukturen im Hintergrund ausgebaut, sondern auch die Preisgestaltung und die Anzahl der Aktionen am relevanten Online-Wettbewerb ausgerichtet. "Wir können heute im Online-Bereich mit vielen mithalten. Während die Online-Tagesumsätze früher oft nur drei- oder vierstellig waren, sind wir heute nicht selten im sechsstelligen Bereich unterwegs." Der E-Commerce sei dabei allerdings kein Selbstzweck, sondern die Maximierung von Multichannel-Effekten habe für Medimax eine wichtige Bedeutung: "Wir kommen inzwischen jeweils zur Hälfte auf Online-Bestellungen und auf Reservierungen zur Abholung in den Märkten." Obwohl es sich dabei um eine Reservierungsfunktion ohne gleichzeitige Bezahlung handle, liege die tatsächliche Abholquote bei rund 75 Prozent, berichtet Kretzschmar.

Auch kanalübergreifend betrachtet, zeige die Neuausrichtung von Medimax inzwischen positive betriebswirtschaftliche Effekte. "Wir beobachten ein Umsatzwachstum oberhalb der Marktentwicklung - wohlgemerkt: auf vergleichbarer Fläche", erklärt der Medimax-Chef mit Befriedigung. Zu der positiven Entwicklung habe die DVB-T2-Umstellung seit dem Frühjahr einen guten Beitrag geleistet. Doch auch in vielen anderen Warengruppen ließen sich Wachstumseffekte beobachten. Für Frank Kretzschmar ist das eine willkommene Bestätigung seines Kurses: "Der wirtschaftliche Erfolg erleichtert die Umsetzung der Transformation von Medimax."

Gemeinsam mit Notebooksbilliger.de bereitet Medimax eine Kooperation im Bereich Laptop vor
Gemeinsam mit Notebooksbilliger.de bereitet Medimax eine Kooperation im Bereich Laptop vor
Foto: Facebook / Arnd v. Wedemeyer

Notebooksbilliger-Kooperation und Expansion

Nicht nur den Umbau der bestehenden Strukturen hat sich der Manager auf die Fahnen geschrieben, auch mit einer Reihe von neuen Initiativen will Kretzschmar die Entwicklung bei Medimax befeuern. Dazu zählt zum einen die weitere Standortexpansion: "Wir wollen weiter wachsen. Aktuell sind wir vor allem im Osten und Westen des Landes sowie im Raum Berlin sehr gut aufgestellt. Aber es gibt auch noch einige Regionen, in denen wir mit Medimax künftig stärker vertreten sein wollen." Daneben arbeite man auch an einem digital aufgeladenen Zukunftsformat, mit dem die Fachmarktkette künftig auch ganz neue Lagen bespielen könne.

Ein Thema für 2018 soll auch die in Aussicht gestellte Zusammenarbeit mit der EP-Beteiligung Notebooksbilliger.de werden. "Wir haben bereits gesagt, dass wir im Bereich Notebooks eine Kooperation erarbeiten. Doch damit alles richtig gut funktioniert und wir die Kooperation gemeinsam gut nach vorne bringen, müssen wir noch ein paar Themen klären, die ein bisschen mehr Zeit brauchen", erklärt Kretzschmar zu den Spekulationen, die nach der recht vagen Erklärung von Notebooksbilliger.de zu der Zusammenarbeit entstanden waren.

Das nächste Jahr soll auch deshalb für Medimax ein besonderes werden, weil die Fachmarktkette 2018 ihren 30. Geburtstag feiert. "Einen Vorgeschmack auf das Feuerwerk, das wir dann unseren Kunden bieten wollen, liefern jetzt schon einmal unsere Aktionen rund um den Black Friday." Nicht nur online, auch stationär wolle Medimax so zeigen, dass man den Vergleich mit dem Wettbewerb nicht zu scheuen brauche. (mh)

Lesetipp: Was planen Notebooksbilliger.de und Medimax?

 

HHeinz

Das was dieser Artikel beschreibt ist doch leider das typische Branchen 1x1 für ideenlose Manager.
Erstmal irgendwas mit SAP ausrollen (macht sich immer gut), anschließend neue "Strukturen" implementieren, zentralisieren aber natürlich gleichzeitig die regionalen Einflussmöglichkeiten betonen. Das ganze mit einer Prise e-Commerce versehen und fertig ist ein völlig neues Medimax Erlebnis (Nein).
Nun gibt es hier im Raum Süddeutschland wohl keine Medimax Geschäfte, insofern ist das ein Urteil aus der Ferne aber was unterscheidet denn nun Medimax von den Metromarken MediaMarkt und Saturn?
Wenn man schon einen Ex Metro Manager an Bord holt dann versucht man wohl als Kopie in der Nische zu überleben. Ich bin gespannt ob das funktionieren wird. Wenn die Entwicklung so weitergeht sehe ich nur Platz für einen einzigen Vor-Ort Anbieter und das wird meiner Meinung nach nicht die Medimax Gruppe sein.

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