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21.09.2017 - 

Ranking der größten IT-Dienstleister

Die Top 50 Systemhäuser in Deutschland 2017

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, Security und IoT. Außerdem ist er im Event-Geschäft tätig.
Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
Die Großen werden immer größer, die kleineren zwar nicht immer kleiner, aber sie tun sich mit dem Wachstum schwer. Zu diesem Fazit könnte eine erste oberflächliche Analyse des deutschen Systemhaus-Marktes 2017 verleiten. Doch stimmt das wirklich?
 
  • Einige Veränderungen an der Spitze
  • Bechtle, Computacenter und Cancom ganz vorne
  • Der Markt wird erwachsen
  • Coopetition nimmt zu
  • Systemhäuser transformieren ihre Geschäftsmodelle

Nichts Neues in der Systemhausszene - das scheint die Rangliste der größten Systemhäuser in Deutschland, die ChannelPartner nun zum 19ten Mal in Folge veröffentlicht, nahezulegen. Im Großen und Ganzen stimmt das auch. Denn in der Tat konnten die führenden Systemhäuser Deutschlands fast durch die Bank deutlich zulegen, die Wachstumsraten lagen zwischen 8,2 Prozent (Cancom) und sagenhaften 42,4 Prozent bei der SVA System Vertrieb Alexander GmbH, die bereits in den Vorjahren um jeweils mehr als 20 Prozent zugelegt hatte.

Zwar gibt es auch Gegenbeispiele: So nahmen die Umsätze von T-Systems um drei Prozent und die Erlöse bei Dimension Data Deutschland um 3,7 Prozent ab, aber das sind Ausnahmen. Die leicht gesunkenen Umsätze beider Unternehmen sind im Prinzip deren grundlegendem Umbau geschuldet. Insgesamt geht es auch 2017 fast allen Systemhäusern gut, ihre Auftragsbücher sind gefüllt.

Doch diese scheinbare Sicherheit birgt die Gefahr, neue Themen (Managed Services, Cloud, Big Data, IoT, Blockchain, Digitalisierung, etc.) nicht mit der nötigen Energie anzugehen und sich weiterhin auf den Verkauf herkömmlicher Hard- und Software zu beschränken.

Viele Systemhauschefs, die in den vergangenen Jahrzehnten ihr Unternehmen erfolgreich auf- und ausgebaut haben, sehen sich inzwischen auch mit der Frage einer möglichen Nachfolgeregelung konfrontiert. Ist ein Nachfolger nicht in Sicht, plant mancher, das Geschäft in den nächsten Jahren noch nach dem Modus "Business as usual" zu führen.

Das ist riskant. Denn die Kunden sind über die neuen Möglichkeiten der IT immer besser informiert. Und sie fordern von ihren IT-Dienstleistern proaktiv Cloud-Lösungen und Managed Services. Insoweit ergibt es für die Systemhausbetreiber schon Sinn, ihr bisheriges Geschäftsmodell in Frage zu stellen und sich den neuen Möglichkeiten des IT-Vertriebs und IT-Betriebs zu öffnen.

Falls das - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich ist, kann auch der Unternehmensverkauf eine sinnvolle Option darstellen. So sichert man die Beschäftigung der eigenen Mitarbeiter und gewährleistet, dass Bestandskunden auch künftig von seriös agierenden Systemhäusern betreut werden.Auch deshalb wird sich die Konsolidierung der Systemhausszene in den nächsten fünf Jahren fortsetzen. Die Branche wird erwachsen.

Wie definiert sich ein Systemhaus?

Doch wer ist nun Deutschlands größtes Systemhaus? Im Vorjahr haben wir T-Systems zum ersten Mal ins Ranking aufgenommen. Aber ist das Geschäft von T-Systems mit dem Business von Bechtle, Cancom und Co. wirklich vergleichbar? In Teilen sicherlich schon. Allerdings erwirtschaftet T-Systems das Gros der eigenen Erlöse mit dem Betrieb von Rechenzentren, der wiederum bei den klassischen Systemhäusern (noch) nicht zum Kerngeschäft gehört.

Doch die Grenzen verschwimmen hier zunehmend, denn Cancom beispielsweise hat mit der Tochter Pironet eigene Rechenzentren im Portfolio. Andere Systemhäuser bieten derartige Services ebenfalls an, nur eben nicht in eigenen Rechenzentren, sondern bei Co-Location-Partnern wie Equinix (Axians) oder E-Shelter (Bechtle). Zum Teil lassen die Systemhäuser aber auch bei T-Systems hosten. Und E-Shelter wiederum ist eine Tochter des NTT-Konzerns, dem auch die Systemhaus-Töchter Dimension Data, NTT Data und NTT Security angehören. In diesem Teilmarkt des Systemhaus-Geschäfts herrscht also eine lebhafte Coopetition.

Lesetipp: Alle Ergebnisse der Systemhausstudien 2017 von COMPUTERWOCHE und ChannelPartner

Zurück zu T-Systems: In den Vorjahren haben wir die Telekom-Tochter in der Systemhausrangliste nicht berücksichtigt. Zwei gewichtige Argumente haben uns dazu bewogen, das zu ändern: Zum einen nähern sich die Geschäftsmodelle der T-Systems und der "klassischen" Systemhäuser stetig an. Dieser Trend war bereits im Vorjahr sehr deutlich zu beobachten. Zum anderen betrachten die Systemhäuser die Telekom-Tochter nach wie vor als einen wichtigen Konkurrenten -immerhin 18,1 Prozent der von uns befragten IT-Dienstleister haben dies kundgetan.

Den stärksten Wettbewerbsdruck verspüren die Systemhäuser aber von den "local heroes" (62,8 Prozent) und nach wie vor von Bechtle (51,1 Prozent). Bei den mittelständischen Kunden ist eben die lokale Nähe des IT-Dienstleisters oft ausschlaggebend dafür, mit diesem zusammenzuarbeiten, und Bechtle ist mit mehr als 60 deutschlandweit verteilten Systemhäusern fast immer nah am Kunden.

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Ebenfalls zu den Schwergewichten im Systemhaus-Markt gehört Cancom/Pironet. Den Konzern aus München betrachten 27,7 Prozent der Systemhäuser als Wettbewerber; ferner Computacenter (24,5 Prozent) sowie Dimension Data und Axians (jeweils 12,8 Prozent). Hinzu kommen weitere überregional agierende Systemhäuser wie Cema, ACP, SVA, Comparex, NTT und Controlware (37,2 Prozent) sowie Dienstleister wie Accenture, Atos, Materna und andere, die von 17 Prozent der von uns befragten Systemhäuser als Konkurrenten wahrgenommen werden. Insoweit spiegelt das ChannelPartner-Ranking die Branche relativ realistisch und repräsentativ wieder.

Lesetipp: Wachstumsschub aus den Fachbereichen

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