Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

Hyperconverged Systems

Viel Potenzial im Bereich HCI

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) sind vergleichsweise neu. Für viele Systemhäuser ist die Unterstützung durch Hersteller und Distributoren in diesem Segment daher noch wichtig. ChannelPartner gibt einen Überblick.

Für IT-Dienstleister sind HCI-Systeme erste Wahl, wenn es um einfache Virtualisierung der IT-Komponenten im Rechenzentrum geht. So lautet zumindest das im vergangenen Jahr veröffentlichte Ergebnis einer Umfrage von Netapp unter Distributoren, Systemintegratoren, Systemhäusern und Managed-Service-Providern in Deutschland.

Nach Ansicht der Befragten werden hyperkonvergente Infrastrukturen zum unverzichtbaren Bestandteil von Rechenzentren und haben sich zwei Szenarien für den Einsatz von HCI-Systemen herauskristallisiert: Eine hyperkonvergente Maschine bildet entweder eine ganz bestimmte branchenspezifische Anwendung ab oder vereinfacht die Virtualisierung der Komponenten im Rechenzentrum. Die größten Hindernisse für den Einsatz waren fehlendes Fachwissen, veraltete und starre IT-Infrastrukturen und zu niedrige IT-Budgets.

Aus vertrieblicher Sicht interessant ist, dass sich hyperkonvergente Systeme wesentlich schneller einrichten und in Betrieb nehmen lassen als klassische Server und Speicher.
Aus vertrieblicher Sicht interessant ist, dass sich hyperkonvergente Systeme wesentlich schneller einrichten und in Betrieb nehmen lassen als klassische Server und Speicher.
Foto: Timofeev Vladimir - shutterstock.com

Trotz der optimistischen Sicht auf das Marktsegment, die durch die Wachstumszahlen bestätigt wird, waren über zwei Drittel der von Netapp befragten IT-Dienstleister immer noch überzeugt, dass hochintegrierte Systeme ihre Vorteile wie flexible Skalierung, einfaches Management, garantierte Performance sowie Ausfallsicherheit besonders dann ausspielen, wenn Anwenderunternehmen virtuelle Desktop-Umgebungen (VDI) einführen. Ähnlich viele sehen durch HCI-Systeme aber auch erhebliche Möglichkeiten, die Virtualisierung von Rechenzentren wesentlich zu vereinfachen. Ein Drittel betrachten HCI-Systeme als ideale Plattform für Managed-Service-Provider, 28 Prozent als Hilfe bei der Konsolidierung von Workloads.

Aus vertrieblicher Sicht interessant ist, dass sich hyperkonvergente Systeme wesentlich schneller einrichten und in Betrieb nehmen lassen als klassische Server und Speicher. Die raren und teuren IT-Spezialisten haben dadurch mehr Zeit, Kunden in Hinblick auf Architektur und Technik ihrer IT zu beraten - was meist deutlich lukrativer ist, als die mit der Konfiguration von Hard- und Software verbrachte Zeit weiterzuberechnen.

HCI stellt neue Anforderungen an Systemhäuser

"HCI-Lösungen können heute für fast alle Workloads verwendet werden", sagt Harald Will, Managing Consultant bei der TIM AG. "Viele Kunden kaufen sich HCI-Systeme allerdings erst einmal für eine dedizierte Anwendung wie VDI. Später werden dann oft auch andere Applikationen auf diese Plattform übertragen." Um die Vorteile einer HCI-Lösung zu vermitteln und in entsprechenden Projekten zu unterstützen, bietet der VAD sowohl herstellerneutrale als auch herstellerbezogene Workshops und Webcasts an. Außerdem stehen Partnern in Projekten für den HCI-Bereich sieben speziell zertifizierte Consultants und System Engineers zur Seite.

"Wir sehen für unsere Partner viel Potenzial im Bereich HCI", sagt Michael Pangritz, Business Development Manager Nutanix bei ADN. Allerdings müssten dafür die Dienstleistungen des Channels neu gedacht werden. "Klassische Installations-Dienstleistungen sollten zukünftig mehr und mehr um Beratungsleistun­gen und Managed Services bei Betrieb und Migra­tion hyperkonvergenter Systeme ergänzt werden", so Pangritz. ADN unterstütze seine Partner dabei mit Enablement-Angeboten wie Workshops, Webinaren und Trainings sowie bezüglich des Projektgeschäfts mit Pre-Sales Consulting, im Vertrieb und bei der Installation. Marketing-Kampagnen zur Lead-Generierung flankieren das Angebot.

Lesetipp: Nutanix und HPE nun offiziell Technologiepartner für HCI

"Die HCI-Technologie weicht signifikant von der Tiering-Philosophie ab, der über zahlreiche Jahre gewachsenen Trennung von Server, Storage und Virtualisierung. Eine andere Art der Positionierung beim Endkunden ist daher unerlässlich", betont Thomas Kleinkuhnen, Director Enterprise Infrastructure, Tech Data Advanced Solutions. Sein Unternehmen unterstütze Partner dabei, diesen Weg professionell zu beschreiten, indem es - abhängig vom Servicemodell des Herstellers - bei Bedarf etwa Installation und Inbetriebnahme übernehme. Außerdem biete man eine technisch fundierte Beratung zum sinnvollen Einsatz von HCI-Systemen, Hilfe bei Planung und Sizing in heterogenen IT-Landschaften sowie natürlich Training und generell Enablement der Partner.

Von Beratung bis zur Installationshilfe

Also bietet laut Simone Blome-Schwitzki, Chief Customer Officer des Distributors, umfassende und auf den jeweiligen Hersteller abgestimmte Pre- und Post-Sales- Unterstützung. "Darüber hinaus verfügen wir auch über ein herstellerunabhängiges und lösungsorientiertes Expertenteam, das im konkreten Einzelfall kundenindividuelle Projektunterstützung bietet und damit wertvolle Hilfe bei der Implementierung leistet", versichert Blome-Schwitzki.

"Die Grundlage für eine sinnvolle und fundierte Einführung einer hyperkonvergenten Infrastruktur sollte immer ein gutes Verständnis der Anwendungen sein, die darauf laufen sollen", gibt Yves Pelster, Senior Account Manager, Modern Data Center bei Dell EMC, zu bedenken. "Unsere Pre-Sales-Experten unterstützen den Channel dabei, die Lösungen ausführlich kennenzulernen. So können unsere Partner ihren Kunden passende, auf ihre Anforderungen abgestimmte Angebote zur Verfügung stellen."

Neben verschiedenen Möglichkeiten, sich zum Thema "Hyperconverged Systems" umfassend zu informieren und weiterzubilden, bietet Fujitsu seinen Channel-Partnern mit der Expert4you-Tour eine regelmäßige Veranstaltungsreihe. "Dabei geben Experten von Fujitsu, Microsoft, Netapp, VMware und Nutanix Partnern und Kunden einen Überblick über die vielfältigen Lösungen, Anwendungsgebiete und Trends im Bereich Hyperconverged Systems und laden zum Austausch darüber ein", schildert Christian Leutner, Vice President, Head of Product Sales EMEIA bei Fujitsu.

Lesetipp: Bluechip bietet mit Azure Stack zertifizierte HCI-Lösungen an

Als einer der ersten Hersteller weltweit offeriert Bluechip seit Ende März auch für Microsoft Azure Stack HCI-zertifizierte Systeme an (siehe Seite 10). "Dabei bietet Bluechip hyperkonvergente Infrastrukturen mit zwei bis 16 Cluster-Knoten in dem bereits seit Jahren bekannten und erfolgreichen Built-to-Order-Prinzip an. "Man kann somit auch sehr klein in die Welt von hyperkonvergenten Infrastrukturen einsteigen und später nach Bedarf stetig erweitern", versichert Produkt-Manager Bogdan Kruszewski.

Ausblick auf die weitere Entwicklung

"In den nächsten Jahren wird die HCI-Architektur weiter optimiert werden müssen. Eine bessere Integration in Cloud-Services mit einhergehender Automation der Systeme wird jedoch noch eine Menge Entwicklung in Anspruch nehmen", prognostiziert Tech-Data-Manager Thomas Kleinkuhnen.

Da stimmt ihm Simone Blome-Schwitzki zu: "Die Einsatzszenarien für IT-Infrastrukturen verändern sich ebenso wie die Arbeitsanforderungen. Virtualisierung, Agilität und Automatisierung lauten die Stichworte. Die Strukturen müssen flexibler werden, viele Komponenten rücken näher zusammen, hybride Cloud-Lösungen gewinnen an Bedeutung." Allerdings werden klassische Infrastrukturen nach Ansicht der Also-Managerin dennoch weiterhin erforderlich sein.

Zumindest bei den Broadline-Distributoren ist diese Auffassung Konsens. "Die Grenzen zwischen 'Converged' und 'klassischer' IT verschwimmen schon jetzt - wo hört die klassische Trennung der Komponenten auf und wo fängt Hyperconverged an? Einige Hersteller verwenden bereits Technologien, um beide Welten vereinen zu können, das heißt die Flexibilität der klassischen sowie die Einfachheit der Hyperconverged-Infrastrukturen", so Sascha Colombo von Ingram Micro. Ein Beispiel sei HPE, das mit Simplivity ein Hyperconverged-System im Portfolio habe, mit der Composable Infrastructure auf Basis von HPE Synergy aber auch flexibel auf aktuelle Anforderungen vieler Unternehmen eingehen könne.

Lesetipp: Das müssen Sie über Hyper Converged Integrated Systems wissen

"Wir gehen davon aus, dass es noch lange ein Nebeneinander verschiedener Architekturen geben wird", erklärt Yves Pelster für Dell EMC. "Das ist auch nicht weiter problematisch, denn die Kosten der IT liegen schon lange nicht mehr in der Hardware. Weitaus wichtiger ist die Entwicklung von Automatisierungs-Tools, die Administratoren von den ständig wiederkehrenden Routinearbeiten entlasten, so dass sie mehr Zeit haben, sich auf neue und strategische Projekte zu konzentrieren." Und was Pelster für IT-Abteilungen verlangt, dürfte für Dienstleister, die Managed Services erbringen wollen, noch wesentlich wichtiger sein.