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Systemhäuser berichten aus der Praxis

Wie das Geschäft mit Hybrid Clouds funktioniert

Daniela Reichart ist Wirtschaftsjournalistin aus dem Kreis Göppingen nahe Stuttgart. Sie schreibt für unterschiedliche Fachmagazine mit technischem und wirtschaftlichem Schwerpunkt.
Systemhäuser stehen unter Druck. Um sich im Mittelstand zu behaupten, gehen sie neue Wege - mit und in der Cloud. Das Beispiel der IT-Dienstleister Stein IT und Bükotec IT-Solutions zeigt, wie diese Geschäftsmodelle gelingen.

Die Schlagworte, die mittelständische Unternehmen aktuell beim Thema IT am meisten bewegen sind Optimieren der Kosten, Stabilität, Standardisierung, Automatisierung und Datensicherheit. Deshalb finden sich im Mittelstand immer mehr hybride und private Clouds, deren Server sozusagen selbstverständlich virtualisiert sind und teilweise automatisierte Dienste ausführen. Je sicherer, schlanker und flexibler die unternehmenseigene Datenverarbeitung gehalten wird - und je weniger Mitarbeiter hier gebunden sind - desto attraktiver.

Thorsten Martin, Niederlassungsleiter beim IT-Dienstleister Bükotec: "Die sollte Geschäftsprozesse unterstützen. Nach klarer Bestandsaufnahme lässt sich das oft am schlanksten realisieren, wenn vorhandene Systeme aufgerüstet oder nur partiell ersetzt werden."
Thorsten Martin, Niederlassungsleiter beim IT-Dienstleister Bükotec: "Die sollte Geschäftsprozesse unterstützen. Nach klarer Bestandsaufnahme lässt sich das oft am schlanksten realisieren, wenn vorhandene Systeme aufgerüstet oder nur partiell ersetzt werden."
Foto: Bükotec

Doch in welchem Umfang Mittelständler IT outsourcen ist sehr unterschiedlich: "Die Wenigsten lagern die EDV komplett aus", berichtet Michael Illig, Geschäftsführer des Systemhauses Bükotec IT-Solutions. Das liegt auch am bisher spärlichen Breitbandnetzanschluss in den ländlichen Bundesgebieten.

Systemhäuser schultern mehr Verantwortung

Doch ohne externe Dienstleister kommt kaum ein Unternehmen aus, wenn Wartungen und Aktualisierungen anstehen. Die wahrscheinlich schlankste Lösung dafür bietet der First-Level-Support: Hier beauftragt der IT-Ansprechpartner im Unternehmen ein Systemhaus mit der Beheben des Problems. "Auf diese Weise verlagern Firmen Arbeit und Risiko nach außen", erklärt Illig. "Wenn ein System ausfällt, kann man eine andere Firma dafür regresspflichtig machen." Diese Verantwortung müssen Systemhäuser erst einmal tragen wollen.

Rechenzentren in Deutschland heiß begehrt

Die technischen Möglichkeiten, Teile der IT oder den kompletten IT-Betrieb auszulagern, sind heute so vielfältig wie nie. Neben klassischem Outsourcing der eigenen Hardware in externe Rechenzentren ist Cloud Computing auch im Mittelstand auf dem Vormarsch.

Wichtig ist vielen Firmen seit der NSA-Affäre: Die Server sollten sich in deutschen Rechenzentren befinden. Deshalb hat etwa der Dienstleister Stein-IT ein mittelständisches Rechenzentrum aufgebaut. Daraus entstand eine neue Firma, gegründet von RB ImConsult, Stein-IT und Gregor Stien, unter anderem vertreten von Ralf Bussick. Das neue Unternehmen RZ-Marl in der gleichnamigen Ruhrpott-Stadt bietet Server Infrastrukturen, Software as a Service nebst Consulting für wohnungswirtschaftliche ERP-Softwarelösungen an. Diese spezialisierte Cloud-Branchenlösung für Wohnungsverwalter besitzt eine beinahe vollständig automatisierte Auslegung für Abrechnungs- und Verwaltungsmodelle.
Die Nachfrage nach inländischen Cloud-Servern ist hoch, und auch Stein IT selbst ist Kunde seiner Ausgründung.

Wie Hochverfügbarkeit bezahlbar bleibt

Der konkrete Wunsch vieler Mittelständler nach einer Private oder Hybrid Cloud-Lösung äußert sich oft ähnlich: eine bezahlbare, agile Hochverfügbarkeitsumgebung in einem Serverraum. Mit der Möglichkeit, diese bei Bedarf kostengünstig in eine Mehrraumlösung überführen zu können. Das Ganze am besten "schlüsselfertig" geliefert.

So sah auch das Anliegen der C&S GmbH aus. Das mittelständische Unternehmen baut Sonderfahrzeuge für Rettungskräfte und möchte seinen Partnern und Kunden verstärkt Services in einer neuen IT-Umgebung anbieten. "Weitere Anforderungen an die Lösung waren, den Strom- und Platzbedarf zu optimieren sowie bestehende Services und Windows- sowie Apple-Arbeitsplätze einzubinden", erklärt Niederlassungsleiter Thorsten Martin vom IT-Dienstleister Bükotec. Die Migration der Daten und E-Mail-Konten durften dabei weder zu einer längerfristigen Betriebsunterbrechung noch zu Datenverlust führen. Soweit der Standard.

Mit dem Kunden planen

Um die Anforderungen zu erfüllen, entwarf Projektleiter Martin zusammen mit dem IT-Verantwortlichen bei C&S, Alen Grdic, die neue Private Cloud für derzeit 15 EDV-Arbeitsplätze. Diese umfasst nun die Virtualisierungs-Umgebung auf Basis von "VMWare vSphere 5.5", um virtuelle Server bereitzustellen und die verschiedenen Services verfügbar zu halten. Um sicherzustellen, dass beim Ausfall eines Servers der verbleibende Server die Gesamtlast aufnehmen kann, installierte Martin zwei dafür ausgelegte Rackserver, redundante iSCSI Switche sowie einen gemeinsamen iSCSI Hochverfügbarkeitsspeichercluster.

Der IT-Dienstleister plante mit Grdic zusammen auch die neuen Services von C&S sowie die nötigen Arbeiten für den reibungslosen Ablauf der Migration. Zum Beispiel die neue Active-Directory-Struktur und E-Mail-Umgebung auf Basis von Exchange 2013.

Nach Einbau, Abnahmetests und Inbetriebnahme bei C&S vor Ort implementierte das Team des Systemhauses innerhalb eines verlängerten Wochenendes die neue Hochverfügbarkeitsumgebung, inklusive Erfahrungsaustausch sowie Administration. "Das ist nur durch eine sehr enge Zusammenarbeit mit den Ansprechpartnern so schnell möglich", betont Martin.

Schulterschluss zu Herstellern ist essentiell

Um Projekte dieser Art zu realisieren, ist vor allem Know-how erforderlich- in diesem Falle speziell für HP Computing, Storage und Virtualisierungskompetenz rund um VMware. Für all diese Themen sind mehrere Vertriebs- und vor allem technische Mitarbeiter sowie die Firma selbst zertifiziert. "Unsere Leute arbeiten bei sehr enger Kooperation zwischen Kunde, Vertrieb und Technik stark aufeinander abgestimmt", führt Chef Michael Illig aus.

Ebenfalls entscheidend: Jeden Schritt besprechen seine Projektleiter hierbei mit Partnern im Vorfeld wie in diesem Fall Hewlett Packard genau, um den Zielpreis des Kunden im Rahmen seines Budgets erfolgreich umzusetzen. Dieser Schulterschluss zwischen Kunde, Partnern und Herstellern ermögliche einem IT-Dienstleister interessante Projekte, meint Illig.