Die Cloud macht das Rennen

Trends im Systemhausmarkt 2013

Regina Böckle durchforstet den Markt nach Themen, die für Systemhäuser und Service Provider relevant sind - oder es werden könnten - und entwickelt dazu passende Event-Formate.
Die Systemhäuser wandeln sich zu Cloud-Dienstleistern, ohne das Kerngeschäft rund um die klassische Infrastruktur zu vernachlässigen. Ob sie damit den Geschmack der Anwender treffen, ist offen.
Zum dritten Mal in Folge bewertet die Mehrheit der Systemhäuser Cloud Computing als Top-Trend.
Zum dritten Mal in Folge bewertet die Mehrheit der Systemhäuser Cloud Computing als Top-Trend.
Foto: Sergey Nivens - Fotolia.com

Bei deutschen Systemhäusern stehen IT-Betreibermodelle aus der Cloud ungebrochen hoch im Kurs – obgleich große Softwareanbieter die Konkurrenz schüren, indem sie eigenen Cloud-Produkte direkt vertreiben, und Umsätze mit Cloud-Diensten hierzulande gerade einmal die Fünf-Prozent-Hürde nehmen. Auch von den Überwachungsskandalen der US-amerikanischen und britischen Geheimdienste lassen sich die Systemhäuser von ihrer Meinung nicht abbringen.
Zum dritten Mal in Folge bewertet die Mehrheit der Systemhäuser Cloud Computing als Top-Trend, gefolgt von Virtualisierung und Managed Services. Im Vergleich zu den beiden Vorjahren schrumpfte die Zahl der Cloud-Verfechter allerdings um mehr als ein Viertel. Die Erhebung war Teil der jährlichen ChannelPartner-Umfrage im Systemhausmarkt, aus der unter anderem die Rangliste der größten Systemhäuser Deutschlands hervorgeht.

Ein Anhaltspunkt dafür, dass in der Systemhauslandschaft die Skepsis gegenüber dem Cloud- Bereitstellungsmodell wächst, ist das jedoch nicht: Immerhin erwarten mehr als die Hälfte der Dienstleister in den Bereichen Managed Services (61 Prozent) und Cloud (58 Prozent) im laufenden Jahr die höchsten Wachstumssteigerungen.

"Kunden sind aufmerksam wie noch nie"

Obendrein sind 77 Prozent der Systemhäuser bereits als Provider, Berater oder Architekt von Cloud-Lösungen aktiv – zunehmend auch kleinere und mittelständische Dienstleister. Mit ihren hierzulande ansässigen Rechenzentren sehen sie sich angesichts des Prism-Skandals zunehmend im Vorteil gegenüber großen Public-Cloud-Playern.

"Kunden und Interessenten hören so aufmerksam zu wie noch nie, weil der Bedarf an sicheren Cloud-Lösungen groß ist. Durch die Tragweite dieser Enthüllungen ist Unternehmen mehr denn je bewusst, dass sie ihre Daten einem Partner geben möchten, dem sie hundertprozentig vertrauen können und der in ihrer Nähe ist", berichtet Joachim Opper, Leiter Cloud-Services bei der Concat AG. Deutschland habe angesichts seiner hohen Datenschutzstandards die Chance, für Cloud-Lösungen eine Rolle einzunehmen, wie sie die Schweiz einst für Banken innehatte.

Der Cancom-Vorstandsvorsitzende Klaus Weinmann pflichtet ihm bei: "Wir profitieren von der breiten öffentlichen Diskussion über Datensicherheit, die die Nachfrage nach unseren Private-Cloud-Lösungen noch stärker beflügelt."

Schwergewicht Infrastruktur

Als Spitzenreiter unter den Systemhausangeboten hat sich dieses Jahr das Infrastrukturgeschäft behauptet – unabhängig vom Betriebsmodell. Knapp 77 Prozent der Systemhäuser bieten inzwischen Cloud-basierte Infrastruktur- und Rechenzentrumsleistungen an (IaaS), knapp zwei Prozent mehr als im Vorjahr.

Das verwundert nicht, steht doch auf der Wunschliste der Anwender an erster Stelle die Modernisierung ihrer Infrastruktur. So plant rund ein Drittel der von der Computerwoche befragten Unternehmen in den nächsten zwölf Monaten Projekte im Bereich PCs, Server, Netzwerk, Storage und Security.

Hoffnungsträger Big Data

Das könnte erklären, weshalb sich integrierte Infrastrukturlösungen ("Data Center aus der Box") und Referenzarchitekturen großer Beliebtheit erfreuen. Sie bündeln Server-, Storage-, Netzwerk- und Virtualisierungskomponenten in einem vorkonfektionierten System und verringern somit den Aufwand für Tests und Integration.

Bei Storage und IT-Security, die auf der IT-Agenda der Unternehmen die Ränge drei und vier belegen, rechnen auch die Systemhäuser im laufenden Jahr und danach mit starken Zuwächsen. Unter den großen Trends, die die Dienstleister nennen, rangieren Storage und Big Data auf Rang fünf, Security auf Platz sechs.

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