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Interne Amazon-Zahlen

Voice-E-Commerce kommt nicht in Gang

Peter Marwan lotet kontinuierlich aus, welche Chancen neue Technologien in den Bereichen IT-Security, Cloud, Netzwerk und Rechenzentren dem ITK-Channel bieten. Themen rund um Einhaltung von Richtlinien und Gesetzen bei der Nutzung der neuen Angebote durch Reseller oder Kunden greift er ebenfalls gerne auf. Da durch die Entwicklung der vergangenen Jahre lukrative Nischen für europäische Anbieter entstanden sind, die im IT-Channel noch wenig bekannt sind, gilt ihnen ein besonderes Augenmerk.
Nur ein sehr kleiner Teil der Besitzer eines Amazon Echo nutzte den Sprachassistenten Alexa bisher für Einkäufe. Und viele davon probierten es nur einmal aus.

Sowohl Amazon als auch Google stellen die Möglichkeit, mit Sprachkommandos Einkäufe tätigen zu können, als wichtige Funktion ihrer smarten Lautsprecher heraus. Marktbeobachter haben bisher auch angenommen, dass dies für Verbraucher tatsächlich wichtig ist. Sie rechneten bereits in wenigen Jahren auf diesem Weg mit einem jährlichen Bestellvolumen von 40 Milliarden Dollar. Jetzt durchgesickerten internen Zahlen von Amazon zufolge sieht die Realität zumindest derzeit aber noch anders aus: Der sogenannte Voice-E-Commerce stößt demnach bei Verbrauchern auf deutlich weniger Interesse als von den Anbietern erwartet.

Durchgesickerten internen Zahlen von Amazon zufolge liegen die über den Lautsprecher Echo und den Sprachassistenten Alexa getätigten Einkäufe deutlich unter den bisherigen Erwartungen.
Durchgesickerten internen Zahlen von Amazon zufolge liegen die über den Lautsprecher Echo und den Sprachassistenten Alexa getätigten Einkäufe deutlich unter den bisherigen Erwartungen.
Foto: George W. Bailey - shutterstock.com

Wie das US-Portal The Information berichtet, nutzt nur ein kleiner Bruchteil der Besitzer eines Amazon Echo oder eines anderen Alexa-fähigen Gerätes die Möglichkeit, damit mittels Sprache Bestellungen aufzugeben. Lediglich zwei Prozent hätten im Laufe des Jahres 2018 bisher via Sprachassistent eingekauft, wie mit den internen Zahlen von Amazon vertraute Personen dem Portal anvertrauten. Auch zu den Verkaufszahlen, zu denen sich Amazon bisher vornehm zurückgehalten hatte, berichteten sie Neues. Amazon habe bislang rund 50 Million Alexa-Geräte verkauft.

Die Marktforscher von Canalys hatten im Dezember 2017 prognostiziert, dass 2018 von allen Anbietern - vor allem Amazon und Google, in Deutschland aber wohl bald auch die Telekom - knapp über 56 Millionen smarte Lautsprecher verkauft werden. Bis Jahresende seien damit weltweit insgesamt rund 100 Millionen smarte Lautsprecher im Einsatz. Große Unbekannte bei der Prognose war der Markt in China. Der entzieht sich den beiden großen US-Anbietern bisher noch. Dafür haben heimische Anbieter wie Alibaba, JD.com und Xiaomi bereits erste Pilotprojekte gestartet. Ob sie eine internationale Expansion planen, ist nicht bekannt, aber sehr wahrscheinlich.

Lesetipp: Smart Speaker der Telekom steht kurz vor Markteinführung

Noch skeptischer als die geringen Nutzerzahlen beim Voice-Commerce überhaupt stimmen die offensichtlich unbefriedigenden Erfahrungen der Shopping-Pioniere. Von den Anwendern, die bereits via Alexa und Sprachbefehl einkauften, haben dies 90 Prozent nicht ein zweites Mal getan. Ein deutlich größeres Potenzial scheinen Anfragen zu getätigten Einkäufen zu haben, etwa nach dem Versandstatus. Rund 20 Prozent der Nutzer haben solche Anfragen gestellt.

Lesetipp: So nisten sich Sprachassistenten im Alltag ein

Einer im Mai veröffentlichten Studie der Unternehmensberatung Accenture zufolge haben in Deutschland 54 Prozent der Verbraucher die Sorge, ihre Daten könnten missbraucht werden, wenn sie intelligente Dienstleistungen wie Sprachassistenten nutzen. 38 Prozent der befragten Verbraucher haben einem Anbieter im Internet bereits einmal den Rücken gekehrt, weil sie kein Vertrauen zu dessen Umgang mit ihren Daten mehr hatten.

Prognosen zum Markt für Smart Speaker

Umfragen waren bisher zu deutlich höheren Werten für die Nutzung von Sprachassistenten für Einkäufe gekommen. Den sicher nicht ganz ohne eigene Interessen im Mai von der US-Firma Voicebot veröffentlichten Ergebnissen einer Umfrage unter Verbrauchern in den USA zufolge, haben 26 Prozent aller Besitzer eines Smart Speakers das Gerät schon für Einkäufe genutzt. Der Anteil der Besitzer eines Google Home liegt dabei etwas höher als beim Amazon Echo.

Prognosen der Marktforscher von Canalys zum Smart-Speaker-Markt 2018.
Prognosen der Marktforscher von Canalys zum Smart-Speaker-Markt 2018.
Foto: Canalys

Das Unternehmen verweist zudem auf eine Umfrage von Edison Research, wonach sogar 33 Prozent der Besitzer eines smarten Lautsprechers darüber bereits nach einem Produkt gesucht und 25 Prozent es dann auch in den Warenkorb gelegt haben. Jeweils knapp 17 Prozent aller Befragten hätten ein zuvor noch nie gekauftes Produkt auf diesem Wege erworben, beziehungsweise ein ihnen bereits bekanntes Produkt erneut bestellt. Umfragen von Cap Gemini und Walker Sands unter Verbrauchern legten zudem nahe, dass diese Zahlen noch höher liegen.

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Ende Juli hatte die Consumer Technology Association (CTA), die als Ausrichter der Messe CES in Las Vegas bekannt ist, ebenfalls optimistische Schätzungen für den Bereich Smart Speaker vorgelegt. Geräte wie Amazon Echo, Google Home und Apple HomePod erleben demzufolge "einen kometenhaften Aufstieg, wie man ihn seit der Markteinführung von Tablets nicht mehr gesehen hat." Alleine in den USA werden 2018 voraussichtlich über 39 Millionen Stück verkauft (44 Prozent mehr als 2017). Der Umsatz in diesem Segment erreiche dadurch ein Volumen von 3,2 Milliarden Dollar (ein Plus von 64 Prozent gegenüber 2017).