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Interview mit Jacob-Elektronik-Chef Thomas Jacob

"Wir fühlen uns gegenüber den Großen nicht benachteiligt"



Dr. Matthias Hell ist Experte in Sachen E-Commerce und Retail sowie ein Buchautor. Er veröffentlicht regelmäßig Beiträge in renommierten Handelsmagazinen und E-Commerce-Blogs. Zuletzt erschien seine Buchveröffentlichung "Local Heroes 2.0 – Neues von den digitalen Vorreitern im Einzelhandel".
In der zweiten Reihe der Elektronikversender verfolgt Jacob Elektronik einen flotten Wachstumskurs. Im Interview erklärt Unternehmens-Chef Thomas Jacob, warum er sich auch vor Schwergewichten wie Notebooksbilliger und Cyberport nicht verstecken muss und wie Jacob Elektronik künftig weiterwachsen will.
Thomas Jacob hat Jacob Elektronik 1990 gegründet. Um nah bei den Kunden zu sein und ihre Interessen zu kennen, hält er ein Ladengeschäft, sprich den Offline-Kanal, nach wie vor für extrem wichtig.
Thomas Jacob hat Jacob Elektronik 1990 gegründet. Um nah bei den Kunden zu sein und ihre Interessen zu kennen, hält er ein Ladengeschäft, sprich den Offline-Kanal, nach wie vor für extrem wichtig.

Die Elektronikbranche – online wie offline – verzeichnete 2013 ein eher durchwachsenes Jahr. Auch Sie warnten in Ihrem Geschäftsbericht 2012 vorsorglich vor einer schwierigen Entwicklung. Wie ist das zurückliegende Jahr tatsächlich für Jacob Elektronik verlaufen?

Thomas Jacob: Da im Jahr 2013 der Großteil des Umzugs unseres Unternehmens innerhalb Karlsruhes erfolgte, rechneten wir im Vorfeld mit Ausgaben, die sich im Nachhinein als bei weitem nicht so hoch, wie geplant erwiesen haben. Vor diesem Hintergrund ist das Jahr 2013 dann tatsächlich deutlich besser verlaufen, als ursprünglich erwartet.

Was die allgemeine Marktsituation und unsere Entwicklung im vergangenen Jahr angeht, kann ich sagen, dass wir mit einem Umsatzplus von knapp über 25 Prozent die erfreuliche Entwicklung der vergangenen Jahre fortsetzen konnten. Ein eventuell schwieriges Marktumfeld konnten wir so demnach nicht feststellen.

Liegt das daran, dass Sie breiter aufgestellt sind als viele andere Elektronikversender? Wo würden Sie im Online-Bereich Ihre härtesten Wettbewerber sehen?

Thomas Jacob: Für uns als Unternehmen ist ein extrem breites Produktportfolio sehr wichtig. Wir überlassen die Entscheidung, was unsere Kunden interessieren könnte, unseren Kunden selbst und nicht Einkäufern oder Produkt Managern, die das Sortiment festlegen. Was uns von Seiten unserer Großhandelspartner angeboten wird, bieten wir auch unseren Kunden an. Ähnlich breit wie bei den von uns vertriebenen Produkten sind wir auch in Bezug auf unsere Kunden aufgestellt. Bei uns ist grundsätzlich jeder Kunde willkommen, eine bestimmte Branchenspezialisierung existiert nicht.

Dies sind alles Punkte, aufgrund derer ich keinen wichtigsten Wettbewerber für uns an sich sehe. Je nach Produktsegment haben wir aber natürlich weitreichende Überschneidungen mit den klassischen IT-Onlinern wie Cyberport oder Notebooksbilliger.

Die zusätzlichen Verkaufskanäle: Marktplätze und stationärer Handel

Sie verkaufen auch über eBay und Amazon. Welchen Stellenwert hat das Marktplatz-Geschäft für Jacob Elektronik?

Thomas Jacob: Generell war und ist es uns sehr wichtig, den Wünschen unserer Kunden gerecht zu werden. Wenn also eine Kundin oder ein Kunde den Einkauf über Shopping-Plattformen wie eBay oder Amazon dem Einkauf im Shop eines Händlers vorzieht, möchten wir ihn oder sie dennoch erreichen können. Vor diesem Hintergrund ist das Plattformgeschäft für uns natürlich sehr wichtig.

Allerdings ist auch klar, dass unser eigener Shop auf www.jacob-computer.de von der Wichtigkeit her eindeutig an erster Stelle steht und auch zukünftig stehen wird. Das hat einmal mit der für uns notwendigen Flexibilität, die große Plattformen einfach nicht bieten, sowie mit den nicht unerheblichen Provisionen, die von eBay & Co. erhoben werden, zu tun.

Jacob Elektronik stammt ursprünglich aus dem stationären Handel und ist auch heute noch mit einem Ladengeschäft in Karlsruhe vertreten. Würden Sie aus heutiger Sicht, erneut diesen Mehrkanal-Ansatz wählen?

Thomas Jacob: Um nah bei den Kunden zu sein und ihre Interessen zu kennen, halte ich ein Ladengeschäft, sprich den Offline-Kanal, nach wie vor für extrem wichtig. Aber die großen Umsatzzuwächse werden aktuell, und wohl auch in Zukunft, definitiv online erwirtschaftet. Da wir auch heute noch einen großen, treuen Kundenstamm in der Region Karlsruhe haben, die regelmäßig in unserem Ladengeschäft kaufen, denke ich schon, dass ich auch heute wieder "zweigleisig" fahren würde.