VP Business Development Mick McNeil

Die neue Strategie von Logicalis

Ronald Wiltscheck widmet sich bei ChannelPartner schwerpunktmäßig den Themen Software, KI, Security und IoT. Außerdem treibt er das Event-Geschäft bei IDG voran. Er hat Physik an der Technischen Universität München studiert und am Max-Planck-Institut für Biochemie promoviert. Im Internet ist er bereits seit 1989 unterwegs.
Im Herbst 2020 hat Logicalis die Stelle des Group Vice President für Business Development neu geschaffen und mit Mick McNeil besetzt. Der langjährige Microsoft-Manager stellte ChannelPartner seine Pläne für Deutschland vor.
Mick McNeil, Group VP Business Development bei Logicalis: "Der Einsatz von Cloud-Technologien steht heute im Fokus jedes CEOs."
Mick McNeil, Group VP Business Development bei Logicalis: "Der Einsatz von Cloud-Technologien steht heute im Fokus jedes CEOs."
Foto: Logicalis

Derzeit agiert McNeil vornehmlich aus seinem Homeoffice in Dublin, was ihn aber keinesfalls daran hindert, remote mit Logicalis-Mitarbeitern, -Partnern, -Lieferanten und Geschäftskunden intensiv zu kommunizieren. Und das Systemhaus ist ihm keinesfalls fremd, Mick kennt Logicalis sehr gut von seiner Tätigkeit bei Microsoft, wo er unter anderem die Verantwortung für das weltweite Partner-Business trug. Daher war er für den Logicalis-Chef Robert Bailkoski der Wunschkandidat für die Stelle des Vice President Global Business Development. McNeil trägt damit die weltweite Verantwortung für das Business mit Microsoft.

Denn der Redmonder Konzern ist für Logicalis der strategische Partner - was die Public Cloud betrifft. Und hier sieht McNeil Logicalis gut aufgestellt. "Wir agieren schon seit längerem als Managed Service Provider, während viele unserer Wettbewerber bis vor kurzen noch als reine Reseller agierten." Vor gut einem Jahr hat das Systemhaus den Status eines "Microsoft Azure Expert Managed Services Providers" erreicht und ist damit in den elitären Zirkel von nur etwa 70 IT-Dienstleistern mit diesem Prädikat weltweit aufgestiegen. "Damit honoriert Microsoft unsere gute Performance in der Azure-Cloud, und unsere Kunde wissen das zu schätzen", betont McNeil im Gespräch mit ChannelPartner.

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Außerdem sei Logicalis global aufgestellt, was vor allem die international agierenden Kunden beeindrucke. Speziell in Deutschland überzeuge man Interessenten darüber hinaus mit IoT- und Security-Know-how. Die IoT-Expertise hat sich Logicalis mit dem Kauf der Cisco-Sparte des Automatisierungsspezialisten Hopf im August 2019 einverleibt (ChannelPartner berichtete).

Architect of Change

Zu Beginn des Jahres 2020 hat sich Logicalis selbst ein neues Image verpasst, das des "Architects of Change". (ChannelPartner berichtete) McNeil erläutert, was damit gemeint ist. So müsse man zuerst das Geschäftsmodell des Kunden verstehen, um ihn bei der Digitalisierung seiner Business-Prozesse zu unterstützen. Dabei legt McNeil großen Wert auf die Tatsache, dass man diese Dienstleistungen stets in Form von "Managed Services" erbringe. "Als 'Architects of Change' reduzieren wir die Komplexität der IT-Prozesse für den Kunden, und konzentrieren uns dabei ausschließlich auf den Nutzen für sein Kerngeschäft", so der Logicalis-Manager.

Er glaubt ohnehin, dass - früher oder später - jedes Business - mehr oder weniger - digitalisiert wird. Wer sich auf das traditionelle Geschäft verlässt, riskiert seinen Fortbestand. Wer hingegen sein Geschäftsmodell disruptiv ändert, kann höhere Profite erzielen und seine Wettbewerber hinter sich lassen.

Die Zukunft der Managed Services

Der Einstieg in das Managed Service-Business erfolgte über die Infrastruktur-Schiene, etwa mit dem "Backup as a Service." Derartige - auch aus der Cloud erbrachten - Services werden laut McNeil immer austauschbarer, damit könne man beim Kunden nicht mehr so punkten, wie noch vor ein paar Jahren. Anders sehe es hingegen aus, wann man einen speziellen Geschäftsprozess als Service anbiete. Dieser könne nicht so leicht kopiert werden, weil er eben auf die speziellen Bedürfnisse eines Kunden zugeschnitten sei.

Hier verweist der Logicalis-Manager auf "Robotic Process Automation" (RPA), also auf Software, die Unternehmen hilft, stupide, sich ständig wiederholende Prozesse zu digitalisieren und zu automatisieren. Das könne zum Beispiel die Arbeit in den Finanzabteilungen der Kunden erleichtern, etwa beim Handling von Rechnungen. Hier setzt das Systemhaus auf "Low code programming" mit der "Microsoft Power Platform".

Während der Corona-Pandemie konnten Logicalis-Kunden mit einem überdurchschnittlichen Digitalisierungsgrad ihren Wettbewerbsvorsprung nochmal deutlich vergrößern, weil sie eben ohne großen Aufwand ihre Jobs auch vom Homeoffice aus erledigen konnten, während sich andere damit enorm schwertaten, weil sie eben noch viele analoge Prozesse manuell durchführen mussten. Als Beispiel für einen der fortschrittlichen Logicalis-Kunden in Deutschland nennt McNeil das Bankhaus Donner & Reuschel. Hier kam die "Windows Virtual Desktop"-Infrastruktur und Microsoft Azure zum Einsatz. "Auch die Finanzindustrie ist nun eher bereit, Prozesse in die Cloud zu verlagern", berichtet der Logicalis-Manager aus der Praxis.

Und die dabei eingesetzten Microsoft-Systeme ergänzt das Systemhaus mit Technologien von Oracle, Netapp und Cisco. In Zukunft wolle man auch Kunden mit Multi-Cloud-Architekturen unterstützen, allerdings empfiehlt ihnen McNeil einen klaren Fokus auf einen Public Cloud Provider.

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