Ratgeber

In 10 Schritten zur Server-Virtualisierung

Klaus Hauptfleisch ist freier Journalist in München.

Schritt 6: Workload-Assessment und Sizing

"Ein valides, auf den tatsächlichen Anforderungen des jeweiligen Unternehmens aufbauendes Sizing ist ein wichtiges Thema, dem man sich von Anfang an stellen sollte", rät Controlware-Manager Hufnagel. "Eine bloße Schätzung des Konsolidierungsfaktors von beispielsweise 1:10 kann ins Auge gehen". Er empfiehlt deshalb ein dediziertes Workload-Assessment. Auf längere Sicht zahle sich der Zusatzaufwand aus. In Testumgebungen einiger Hersteller würden bis zu 50 oder gar 100 virtuelle Maschinen auf einem physischen Server installiert, berichtet er. Allerdings fehlten in solchen Fällen häufig detaillierte Angaben zu den spezifischen Gegebenheiten.

In der Praxis müssten IT-Verantwortliche allerdings das Gesamtsystem berücksichtigen: Speicheranforderungen oder auch eine erhöhte I/O-Last zum Storage hin könnten den Konsolidierungsfaktor drastisch reduzieren. Die Frage der Wirtschaftlichkeit müsse dabei immer wieder neu gestellt werden.

Die Hersteller von Hypervisoren für die Virtualisierung bieten meist auch Tools zur Berechnung der Workloads und der nötigen Dimensionierung der Systeme an. Third-Party-Anbieter geben mitunter konkrete Empfehlungen für das Sizing und die Verteilung der Systeme. "Abhängig von den Lastprofilen der Anwendungen sollte eine Auslastung von 80 Prozent nicht überschritten, aber auch nicht deutlich unterschritten werden, um die Server auch energietechnisch wirtschaftlich zu betreiben", rät Computacenter-Mann Schiller. Das eigentliche Problem des richtigen Sizing stelle sich aber weniger im Server-Umfeld (CPU und Hauptspeicher) als vielmehr im Bereich Storage-Anbindung und Netzwerk-Performance.