Converged Infrastructure

VCE, HP, Hitachi und Cisco dominieren den CI-Markt

Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.

Oracle Virtual Compute und Exalogic Elastic Cloud

Oracle als Software-Spezialist in der Riege der Converged-Infrastructure-Anbieter? Dies erscheint nur auf den ersten Blick abwegig. Denn durch den Kauf von Sun Microsystems hat sich Oracle Server und Storage-Systeme sowie Netzwerk-Know-how ins Haus geholt. Unter dem Oberbegriff "Engineered Systems" vermarktet Oracle Kombinationen von Hard- und Software, die auf bestimmte Anwendungen zugeschnitten sind. Sie sind somit laut Gartner Integrated Application Systems, keine CI-Produkte im eigentlichen Sinn.

Eines dieser Engineered Systems ist Exalogic Elastic Cloud. Es vereint Rechenkapazitäten, Netzwerk- und Storage-Hardware, ein Betriebssystem auf Basis von Linux sowie eine Virtualisierungs- und eine Management-Software. Das Herzstück der Hardware ist die "Exalogic Fabric" mit einem Durchsatz von 40 GBit/s. Hinzu kommen "Compute Nodes" mit Intel-Xeon-E5-Prozessoren (12 Cores) und ZFS-Storage-Appliances. In der kleinsten Ausbaustufe ist ein Exalogic-Elastic-Cloud-System der Reihe X4-2 mit 96 Rechenkernen und 80 TByte Massenspeicher ausgestattet. Die größte Version hat 720 CPU-Cores. Hinzu kommen bis zu 32 10-Gigabit-Ethernet-Ports sowie Speichersubsysteme für Infiniband, Flash-Speicher (Solid State Drives, SSDs) und Serial-Attached-SCSI-Festplatten (SAS).

Diese Daten belegen, dass Oracle mit Elastic Cloud in Unternehmen anspricht, die Anwendungen mithilfe der Virtualisierungssoftware von Oracle oder VMware auf einer Hardware-Plattform konsolidieren und über eine Private Cloud bereitstellen möchten. Für einen Mittelständler dürften dabei bestenfalls die beiden kleinsten Versionen des Systems in Betracht kommen. Als Erweiterung bietet Oracle Storage-Systeme wie die Sun ZFS Storage Appliance an.

Eine vergleichbare Lösung ist die Virtual Compute Appliance X3-2. Auf diesem CI-System kann der Anwender in virtualisierter Form Solaris-, Linux- und Windows-Anwendungen implementieren. Zur Auswahl stehen Modelle mit zwei bis 25 Knoten auf Grundlage von Intel-Xeon-Prozessoren mit acht Kernen. Hinzu kommen Netzwerkkomponenten (Infiniband- und Gigabit-Ethernet-Switch, 10-Gigabit-Ethernet-Module) und in der Basisversion 1,8 TByte Speicherplatz. Bei den Storage-Systemen hat der Anwender die Möglichkeit, Produkte von Oracle oder von anderen Anbietern zu verwenden.

Eine Besonderheit der Virtual Compute Appliance ist die integrierte Software-Defined-Networking-Controller-Software (SDN). Sie ersetzt die physischen Netzwerk- und Storage-Adapter durch virtualisierte Versionen. Dies, so Oracle, macht es einfacher, in komplexen virtualisierten IT-Umgebungen Betriebssysteme und Anwendungen zu implementieren, sprich ihnen die erforderlichen, ebenfalls virtualisierten Hardware-Ressourcen zuzuweisen.